English

Franz  Heckendorf

Berlin 1888  –  München 1962

In Verfolgung seines schon früh einsetzenden exemplarischen Schaffens über die Jahrzehnte bestätigt sich die Wertung Hans Vollmers als des lexikographischen Interpreten der Moderne schlechthin, mit der dieser 1923 in Thieme-Becker den 35jährigen ins Zentrum der Jungen katapultierte, nämlich „‚alles optisch Wahrnehmbare zu vergeistigen und in die Sphäre des visionär Geschauten zu übersetzen‘, (was) die

Erfüllung  des  Programms  des  modernen  Expressionismus  (bedeutet) ,

zu  dessen  überzeugendsten  Verkündern  H.  zählt … “

Einer der begabtesten Vertreter der jungen deutschen Künstlergeneration, dessen persönliche Note in seinen von ungeheurer Dynamik des malerischen Vortrages erfüllten und starker Innerlichkeit der Empfindung getragenen Landschaften bisher ihren reifsten Ausdruck gefunden hat“. Der Eintrag im übrigen gleichen Umfanges wie der zu Heckel, mit dem er, gleich auch Kirchner, seine im wesentlichen autodidakte Reifung teilt. Wie auch die Verfemung als entartet. Der als ein Phönix aus der Asche zu entsteigen ihm gleichwohl nicht vergönnt war. So läßt seine Wiedergutmachung noch auf sich warten. Denn nur zu überzeugend, was von frühester bis in die gegenwärtige Literatur so atemlos wie der Duktus seiner Palette selbst an seinem Ĺ’uvre qualifiziert worden ist. Bis hin zur Betonung der Bedeutung nicht zuletzt seiner „großen Reisen durch Europa und (des) Studium(s) der alten Meister in den Museen“ durch Horst Ludwig im Katalog zur Einzelausstellung der Galerie Hagemeier 1985. Denn, so Vollmer weiter,

„ Einen harten, aber sehr ausdrucksvollen Kontur zu der zeichnerischen Grundlage seiner Kompositionen machend, bringt er durch eine sprunghaft unvermittelte Nebeneinandersetzung seiner oft bis zur Rohheit kräftigen, leuchtenden Lokalfarben, die sich ebenso bewußt von jeder naturalistischen Wiedergabe trennen wie seine Linienführung, einen

vehement  gesteigerten  Natureindruck

hervor. Die Bewegungssuggestion, die von seinen Landschaften,

über  die  es  wie  Wetterleuchten  zuckt ,

ausgeht,

resultiert  aus  der  dröhnenden  Wucht  ihrer  malerischen  Faktur ,

in der viel weniger eine äußerlich erregte Stimmung der betreffenden Natursituation als die innere Erregung des schaffenden Künstlers zum Ausdruck kommt, daher diese Landschaftsvisionen einen durchaus subjektiven Charakter tragen … . “

Und ein geradezu erregendes Faszinosum ist es, wie dieses Werk ungebrochen Aufbruch und Spätzeit überspannt. Mit dem résumé Vollmers

„ In allen Techniken gerecht und ein ungemein leicht produzierendes Talent “.

125 Jahre - 1888-2013