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Heckendorf, Schiffe im Hafen (Triest?)

Heckendorf, Franz (Berlin 1888 – München 1962). Schiffe im Hafen (Triest?). Drei Segelschiffe verschiedener Größe vor und zwischen zwei Dampfern. Auf der Mole im Vordergrund drei Schifferfigurinen. Im Hintergrund angedeutete Bergkette. Bleistift und farbige Pastellkreiden auf feinem Zeichenpapier. Bezeichnet unten links: F. H. (19)41. 138 x 220 mm.

Literatur

Thieme-Becker XVI (1923), 211 f.; Vollmer II (1955), 400; AKL LXX (2011), 513 f.

Kestner-Museum Hannover, Kataloge der Sonderausstellungen XVII, 1918; Joachim Kirchner, Franz Heckendorf, 1919, + Neue Bilder von Franz Heckendorf in Biermann (Hrsg.), Jahrbuch der jungen Kunst 1924, 190 ff.; Cicerone, Jge. 1912-1928, hier insbesondere XVI (1924), 802 f.; Feuer II, 1 (1920/21), 195-202; Franz Heckendorf, Katalog der Sonderausstellung der Galerie Hagemeier, Ffm., 1985; Symphonie in Farbe, Ausstellungskatalog der Kunstfreunde Bergstraße, 1991; Rainer Zimmermann, Expressiver Realismus / Malerei der verschollenen Generation, 1994, 384.

Gisela Hauss (Hrsg.), Migration, Flucht und Exil im Spiegel der Sozialen Arbeit, 2010, 192 f.; Winfried Meyer, NS-Justiz gegen Judenhelfer: „Vernichtung durch Arbeit“ statt Todesstrafe. Das Urteil des Sondergerichts Freiburg i. Br. gegen den Berliner Maler Franz Heckendorf und seine Vollstreckung. In: Wolfgang Benz (Hrsg.), Jahrbuch für Antisemitismusforschung XIX, 2010, 331-362.

Reizvolle  blattfüllende  Skizze

in  kräftigem  Strich  und  zarten  Farben

Heckendorf, Mediterraner Hafen (Triest)
Franz Heckendorf, Mediterraner Hafen (Triest?).
Tempera über weißem Grund auf Hartfaser (1949)
der das Bildgeschehen beherrschenden, dicht gestaffelten Schiffe im Hafen als Momentaufnahme während seiner wiederholten Reisen nach Italien und dem Vorderen Orient. Wiederaufgenommen und großformatig umgesetzt in kräftiger Tempera acht Jahre später unter Hinzufügung einer linksseitigen Mole sowie Häusern am rückwärtigen Quai und dramatischer Akzentuierung der in hiesiger vor Ort gefertigter Skizze lediglich lapidar angedeuteten Bergkulisse als für Heckendorf so bestimmendem Element der südlichen Landschaft.

Hafenansichten bzw. -landschaften durchziehen Heckendorfs Œuvre. So beispielsweise aus jüngerem Marktvorkommen das atmosphärische 1927er Aquarell vom Hafen von Marseille und der Hafen in Südfrankreich aus einem Skizzenbuch von 1944. Oder das großformatige Öl Industriehafen der 1985er Ausstellung Hagemeier aus 1952. Aus gleichem Jahr auch das hiesigen Dampfer erneut aufgreifende Aquarell Südliche Hafenlandschaft.

„ Was diesem Maler der Sonne der Norden an Farbeindrücken nicht zu bringen vermochte, bot ihm die Adriaküste in vollem Maße … Auch … die Häfen mit den an den Molen liegenden Schiffen, die im Licht flimmernden Häuserreihen … Bei dieser Gelegenheit mag nicht unerwähnt bleiben, daß Heckendorf

auf  seiner  Reise  nur  aquarelliert  und  skizziert  hat ,

und daß die Ausführung in Öl erst im Atelier nach dem Gedächtnis erfolgte “

(Kirchner 1924).

„ Schüler der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums und der Akad., im wesentlichen aber Autodidakt (gleich den Altersgenossen Heckel + E. L. Kirchner und wie diese ausgehend vom Impressionismus). Einer der begabtesten Vertreter der jungen deutschen Künstlergeneration … Das Reifste, was Heckendorf bisher (1923) geschaffen hat, sind seine Landschaften … besonders aber die Landschaften, die er während des (1.) Weltkrieges als Kampfflieger an der Ostfront,

auf  dem  Balkan , am  Bosporus  und  am  Tigris

zu malen Gelegenheit hatte … In allen Techniken gerecht und ein ungemein leicht produzierendes Talent … pflegt H. neben der Ölmalerei das Pastell, Aquarell und die Lithographie …

Studienaufenthalte  in … Italien , Dalmatien  u.  Kleinasien … “

(Vollmer in Thieme-Becker bzw. in Vollmer).

Auf dem 1949er Bild rückseits Fragment eines alten Klebezettels mit maschinenschriftlicher Bezeichnung „HAFEN VON T(?)..E(?)S.“. – Vom Vorbesitzer bemerkenswert unprofessionell mittels punktuellem Klebestreifen mittig auf das Einlagepapier eines Fotorahmens montiert. – Am linken Seitenrand die Darstellung praktisch nicht beeinträchtigender, knapp 4 cm ins Bild reichender Braunfleck/-streifen, die linke Unterecke zudem mit vollkommen geglätteter diagonaler Knickfalte und verso leicht fingerschmutzig.

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